Vogue · Wintermantel 2012

Wintermantel Sew-Along Teil 8: Krise kriegen

Bis gestern dachte ich noch, dass meine einzige Krise darin besteht, keine/wenig Zeit zum nähen zu haben und wohl allenfalls mit dem „Fast-Probemantel“ noch rechtzeitig fertig zu werden bzw. im Zeitpaln zu liegen. Luxuskrise. Die letzte Woche, das Futter, musste ich aufgrund von viel Arbeit schon auslassen. Diese Woche habe ich schwer aufgeholt und na klar – ne Krise gekriegt. Bis zum Futter einnähen zerlief alles fein nach Plan. Die Anleitung sei an dieser Stelle nochmal gelobt. Sehr ausführlich und verständlich und der Schnitt haut einfach super hin. Sämtliche Markierungen sind am jeweiligen Schritt auch immer da wo sie sein sollen. Einfach den Schritten der Anleitung folgen und schon hat man bald einen Mantel. Soweit so schön, wäre da nur nicht das ehrgeizige Schneiderlein, dass hier und da ruft: „Aber wäre das so nicht viel schöner? Man könnte doch auch dies..? Oder das..?“ Und wenn man dem dann noch nachgibt sind Katastrophen wohl vorprogrammiert. Ich hatte in sämtlichen Kaufmänteln und Jacken in unserem Hausstand gespickt, wie da wohl das Futter reingekommen ist. Dabei war mir aufgefallen, dass überall am Halsauschnitt auch ein Beleg dran war, der beim Vogueschnitt fehlt. Mir jedenfalls. Also erstmal einen Beleg gebastelt. Das klappte auch überraschend gut. Auch die Änderung des Rückenteils ist soweit gelungen. Nur hatte ich mir auch überlegt zwischen Belegen und Futter eine Paspel zu vernähen. Nach Lucys wunderbarer Anleitung habe ich mich also dran gemacht, selbst eine Paspel herzustellen. Die Schnur, die ich verwendet habe, war wohl etwas dünn, und ich hatte nicht bedacht, dass bei einer im Schnittmuster vorgesehenen Nahtzugabe von 1,5 cm die Paspel ebenfalls 1,5 cm breit sein sollte. Meine war zwischen 1 cm und irgendwas breit. Das Gebiet der Paspelverarbeitung war mir bis gestern völlig neu und so nähte ich munter drauf los. Als erstes steckte ich die Paspel einfach zwischen den beiden Stofflagen mit ein und nähte blind. Murks. Na toll. Zweiter Versuch, erst die Paspel an eine Stofflage heften, dann die zweite Schicht nähen. Murks. Ach Manno. Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann entdeckt, dass ich eine gerade 1,5 cm breite Paspel haben sollte. Also alles auf Anfang. Noch mal Schrägstreifen, nochmal Schnur einnähen. Diesmal eine dickere. (Am Ende hätte es die Mitte sein dürfen). Danach mit dem Rollschneider und den Markierungen auf der Schneidematte cm für cm gerade auf 1,5 cm gebracht. Dann wieder am Mantel, erst heften dann nähen. Und siehe da: es klappte! Nur an einer Stelle am Halsausschnittsbeleg guckt noch ein Stückchen zuviel raus. Aber das verzeih ich mir mal..

Paspelerstversuch mit Hürden
So sah es an den meisten Stellen aus
Paspelerstversuch es wird langsam besser
Ab und an hatte ich es auch mal „richtig“ getroffen

Jetzt sieht das so aus:

Mantelinnenansicht mit Paspel

Mantelinnenansicht mit zusätzlichem Beleg und Paspel

Mit dem Restfutter hab ich zwar ein bisschen gekämpft, aber es ist ohne nennenswerte Katastrophen eingenäht. Allerdings auf die Saum für Faule Methode nach Chrissy. Da ich die gefühlten 4m Saum nicht mit der Hand annähen wollte (ich nähe äußerst ungern und sagenhaft schlecht mit der Hand) habe ich die Wendemethode mit Wendeöffnung benutzt wie man es von Taschen o.ä. kennt. Oben habe ich also laut Anleitung verstürtzt, unten dann auch bis auf etwa 25 cm um die hintere Mittelnaht. Dadurch ließ sich der Mantel recht problemlos wenden. Dann habe ich den Aussenstoff ca. 2,5 cm umgebügelt, so hat das Futter genügend Spiel. Allerdings ist das Futter insgesamt so schwer das der weiche Wollstoff die Bügelkante nicht behält. So habe ich mich dafür entschieden, die Bügelkante schmalkantig abzusteppen. Sieht gar nicht mal so schlecht aus. Kleine versteckte Krise noch zum Schluss. Diese Naht ist heute nur halb fertig geworden, weil meine Nähmaschinen zwar ganze 10 Lagen Wollstoff plus Einlage nahezu mühelos nähen kann, aber bei 2 Lagen Wollstoff und 2 x Nahtzugabe die Nadel verbiegt. Nun gut, nach Operation an der offenen Nähmaschine, ist die Nadel raus (hatte sich schwer verhakt) und morgen wird eine neue eingesetzt und weitergenäht. Auch diese Krise bewältigt.

Mantelkrise Nadel verbogen

Bleibt noch die Luxuskrise. Ich habe immerhin den Aussenmantel mit Klimamembran verstärkt schon fertig. Wie schon oft festgestellt wurde, auch hier das Problem: gleicher Schnitt, gleiche Größe, anderer Stoff, anderes Ergebnis. Vom Fall her gefällt mir der Wollstoffmantel irgendwie besser. Mal sehen was sich da noch aushängt. Fehlt also wieder das Futter, aber da hab ich ja jetzt Übung. Ich bin gespannt ob ich zeitnah beide Mäntel fertig bekomme. Falls nicht, der „Fast-Probemantel“ hat sich ja schwer gemacht und ist quasi fertig..

Das Krisenmanagement der anderen fleißigen Damen findet ihr hier.

Advertisements

3 Kommentare zu „Wintermantel Sew-Along Teil 8: Krise kriegen

  1. Die Wendemethode fürs Futter wird auch meine sein. Ich musste gerade soooo schmunzeln, als ich über deine Hand-Näh-Künste gelesen habe. Ich fühle mich da sofort unter Gleichgesinnten bzw. Gleich-Schlecht-Talentierten…:o)
    Liebe Grüße,
    BuxSen

    Gefällt mir

Ich freue mich über deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s